Suchfunktion

Amtsgericht Biberach, Unterfangungsmaßnahme, Instandsetzung und Errichtung eines behindertengerechten Aufzugs

Bild: Aufzug

Bild: Aufzug

Bild: Stützen mit geschweiften Kopfstreben

Bild: Treppengeländer, Detail
Fotos:
Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Ulm

  

Beschreibung

Das Gebäude des ehemaligen Franziskanerinnenklosters wurde Ende 17. JH erbaut, ist ein eingetragenes Kulturdenkmal. Seit 1851 residiert das Amtsgericht in dem Gebäude. 2005 wurden vermehrt Risse an den Außenwänden und an den Innenwänden festgestellt. Die massiven Bauwerksschäden erfolgten aufgrund von ungleichmäßigen Setzungen. Die Pfahl-Schwellen-Gründung wurde durch holzzerstörende Pilze derart geschädigt, dass die Standsicherheit des Gebäudes ohne Gegenmaßnahmen nicht dauerhaft gewährleistet gewesen wäre. Die Nachgründung erfolgte mit Stabverpresspfählen; hierzu wurden 237 Kleinbohrpfähle (d=150 mm) mit Stahlkern in einer Länge von 6,70 -11,60 m durch die vorhandenen Mauerwerksfundamente in den Baugrund eingebracht. Nach der Unterfangungsmaßnahme musste das Erdgeschoss komplett instand gesetzt werden. Einbau von Solnhofer-Plattenbelag im Flur, Parkettböden in den Büros und den Gerichtssälen. Im Anschluss wurden die Sanitärbereiche umgebaut und eine Außeninstandsetzung durchgeführt.

Die erforderliche Dachsanierung umfasste die Hausschwammbekämpfung, den Austausch von geschädigtem Holz zur Wiederherstellung der historischen Dachkonstruktion. Weiterhin mussten folgende Maßnahmen durchgeführt werden: Rückverankerung und teilweise Erneuerung der Traufgesimse, Neueindeckung mit Biberschwanzziegel und Sanierung der Ziergiebel, den Einbau von Büroräumen und einem großen Besprechungsraum, Belichtung durch kleinformatige Dachflächenfenster passend zur Dachkonstruktion, Ertüchtigung des Brandschutzes und energetische Maßnahmen sowie die Montage von HLS-, EDV- und Elektroinstallation. Die behindertengerechte Erschließung des Gebäudes erfolgt auf der Nordostseite über einen Außenaufzug in Stahlglaskonstruktion.


Projektdaten

Bauherr und Projektleitung:
Land Baden-Württemberg, vertreten durch den Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Ulm

Planung und Objektüberwachung:
Architektur und Denkmalpflege, Bad Schussenried

Technische Ausrüstung:
• Heizung, Lüftung, Sanitär: Ingenieurbüro Dieter Fischer, Biberach
• Elektro: Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Ulm

Tragwerksplanung:
tragwerkeplus Ingenieurgesellschaft mbH & Co. KG, Reutlingen

Baugrunduntersuchung:
Ingenieurbüro Henke und Partner GmbH, Ummendorf

Mauerwerksuntersuchung:
Berger+Fichtner Ingenieure, Bruchsal-Obergrombach

Bauhistorische Untersuchung:
Dr. -Ing. Stefan Uhl, Warthausen

Gesamtbaukosten:
3,0 Mio. €

Bauzeit:
07/2007 – 09/2010



 

Fußleiste