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Neubau Seminargebäude Hochschule Offenburg

Bild: Außenansicht bei Nacht

Bild: Seminargebäude Hochschule Offenburg

Bild: Fensterfront

Bild: Treppenhaus

Bild: Kunst am Bau
Fotos 
Bernhard Strauss, Freiburg

  

Beschreibung

Architektur
Der Hauptzugang zum Seminargebäude wird durch die einladende Geste der Loggia und der Tiefe der Eingangshalle definiert. Der durchgesteckte Lichthof, als zentrales vertikales Element, verbindet alle Geschosse visuell miteinander. Die Anordnung der zentralen Treppe, der umlaufenden Flure in der Grundrissstruktur eines "Punkthauses" bietet interessante innenräumliche Perspektiven. Geschossweise ist eine "Studierenden-Landschaft" für freies Arbeiten, nach Süden zum Platz hin orientiert. Die Studierenden haben hier Gelegenheit, Freistunden in Zusammenarbeit und gegenseitigem Austausch zu verbringen.

Passivhaus
Die kompakte Bauweise reduziert die Gebäudehüllfläche und damit die Transmissionswärmeverluste. Das Fassadenverhältnis von transparent zu opak ist hinsichtlich der Transmissionswärmeverluste auf > 40/60 ausgelegt. Die Gründung erfolgt über eine auf einem Niveau durchlaufenden gedämmten Bodenplatte. Sämtliche Verkehrs- und Aufenthaltsflächen werden natürlich belichtet und über den Lichthof vertikal mit Tageslicht versorgt. Ein zweigeteilter Sonnenschutz, sorgt dafür, dass selbst bei geschlossenem Sonnenschutz ausreichend Tageslicht in die Räume fällt und Kunstlicht nicht notwendig ist. Ebenso ist in allen Räumen eine individuelle natürliche Lüftung über wettergeschützte Klappen möglich. Die thermische Hülle ist für den winterlichen und sommerlichen Wärmeschutz optimiert. Insbesondere wurde auf eine sorgfältige Detailausbildung unter Vermeidung von Wärmebrücken geachtet.

Technik
Aufgrund des sehr hohen Dämmstandards sämtlicher Außenbauteile ist der Wärmebedarf des Gebäudes sehr gering. Der für ein Passivhaus angestrebte Energiekennwert für die Heizwärme von 15 kWh/m2a wird erreicht. Ein solcher Wert ist nur erzielbar, wenn neben den Transmissionswärmeverlusten auch die Lüftungswärmeverluste minimiert werden. Daher wird das gesamte Gebäude raumlufttechnisch behandelt. Der Außenluftanteil der RLT-Anlagen beträgt 100%. Diese sind mit hocheffizienten Ventilatoren und einer Wärmerückgewinnung mit einem Wirkungsgrad von ca. 85% ausgestattet. Auf eine konventionelle Heizungsanlage wurde verzichtet. Die Temperierung der Räume erfolgt ausschließlich über Bauteilaktivierung. Um den Wärmebedarf des Gebäudes weiter zu reduzieren und den in den PC Pool-Räumen teilweise auch im Winter bestehenden Kältebedarf zu minimieren, wird die Bauteilaktivierung dabei auch zur Wärmeverschiebung von den PC-Pool-Räumen zu den Büroräumen genutzt. Die Kühlung erfolgt über die Nutzung von Grundwasser. Das hierbei gewonnene Kaltwasser wird über die Betonkernaktivierung, die Kühler der RLT-Anlagen sowie über die Kühlbalken der PC-Pool-Räume zur Temperierung des Gebäudes eingesetzt. Das vorgesehene Monitoring wird durch die Hochschule durchgeführt. Aufgrund der Aufschaltung eines OPC-Servers auf die Regelungstechnik können neben der Überwachung und Datenauswertung auch Regelungsoptimierungen erfolgen.
 

Projektdaten

Bauherr und Projektleitung:
Land Baden-Württemberg vertreten durch Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Freiburg

Planung und Bauleitung:
Harter und Kanzler, Freiburg

Tragwerksplanung: 
SLP Ingenieurbüro, Karlsruhe

Prüfstatik: 
Dr. Ing. Petra Höß, Freiburg

Techn. Gebäudeausrüstung: 
Sütterlin und Partner, Freiburg

Energetische Beratung:
Stahl und Weiß, Freiburg

Bodenmechanik:
GHJ Ing.-Gesellschaft, Karlsruhe

Brandschutz:
Brandschutzconsult, Ettenheim

SiGeKo:
IWP Peter, Baden-Baden

Vermessung:
Günther & Schmidt, Freiburg

Planung Außenanlagen:
Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Freiburg

Bauleitung Außenanlagen:
Mario Kappis, Lahr

Kunst am Bau:
"Gespräche über die Zukunft in 23 Zeitkapseln"
Dorothea Schulz, Berlin
Weitere Informationen

Gesamtbaukosten:
9,6 Mio. €

Bauzeit:
12/2012 - 09/2014

Der Neubau des Seminargebäudes der Hochschule Offenburg wurde mit der Hugo-Häring-Auszeichnung 2017 gewürdigt. Vergeben wird diese Architektur-Auszeichnung für vorbildliches Bauen vom Landesverband Baden Württemberg des Bundes Deutscher Architekten, BDA.

Weitere Informationen zur Hugo-Häring-Auszeichnung
Flyer




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